Northeim, 23.03.2018, von Ulrich Vogel und Max Prumbohm

Der Neue ist da!

Aber von wem ist denn eigentlich die Rede? 

Es geht um das Herzstück unserer Räumgruppe, um das Bergungsräumgerät. Mit 32 Jahren ist unser Radlader vom Typ Zettelmeyer ZL 1801 zwar noch nicht am Ende aber im Rahmen der Neuorganisation der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk steht in den 161 Räumgruppen ein bundesweites Neukonzept zur Umsetzung an. Der flächendeckend verteilte Radlader wird entweder durch  Radlader von Caterpillar, Radbagger von Atlas, einigen,  wenigen  Kettenbagger  von  Doosan  und  wie  hier  in  Northeim,  durch  den Teleskoplader Icarus 40.10 aus dem Hause Dieci, ersetzt. Von den aufgezählten Geräten ist  der  Telelader  übrigens  ist  mit  rund  172.000  Euro  das  preiswerteste.  Seit  dem vergangenen November werden die knapp georderten 30 Telelader an die Räumgruppenvom neuen Typ C übergeben. 

Was ist nun das Besondere am Telelader? 

Wie der Name  schon  sagt,  ist das  wesentliche  Merkmal der Teleskoparm,  der  13,4 m maximale Hubhöhe aufweist. Mit diesem können die Anbaugeräte entsprechend weit vom Fahrzeug und hoch über diesem eingesetzt werden. Zu diesen gehören eine 4-in1-Schaufel, eine Palettengabel, eine große, schwenk- und ausziehbar Arbeitsbühne und ein Lasthaken mit langen Anschlagketten. Optional beschaffbar sind eine Schaufel mit Niederhalter sowie ein Seilwinde. Zusätzlich verbaut ist die Videoüberwachung des Umfeldes, eine Halterung für ein Atemschutzgerät und ein Kurzzeit-Fluchtgerät zur Selbstrettung des Fahrers. DenKomfort erhöhen Klimaanlage sowie Stand- und Sitzheizung. Als Einsatzfahrzeug ist eine Funkgerätehalterung  und  natürlich  auch  Blaulicht  und  Einsatzhorn  selbstverständlich ebenfalls  vorhanden.

Wo liegen die Unterschiede und was kann der neue im Vergleich zum alten Gerät leisten?  

Der  Zettelmeyer  war  ein  speziell  für  das  THW  entwickelter  Radlader  mit  anbaubarem Baggerarm.  Mit  Anbaugerät  ist  unser  Alter  reichlich  ausgestattet:  mit  4-1-  und Seitenkippschaufel  und  breiter  Palettengabel  bzw.  am  Vorbauarm  mit  Tiefenlöffel, Zweischalengreifer, einem schweren Aufbruchhammer und einem Polypgreifer konnte er vielfältige Einsatzaufgaben bis heute meistern. Diese Breite wird zukünftig nur durch das Zusammenspiel  verschiedener  Räumgruppen  abgedeckt.  Durch  seine  Arbeitshöhe  von 13,5 m, die hohe Wendigkeit und die Fähigkeit die maximale Last von 4 t auch noch in einer Höhe von über 8 m heben zu können, erweitert der Teleskoplader das Leistungsspektrum der Räumgruppen in die Höhe beträchtlich. So lassen sich Güter auch in der Höhe und mittels Anschlagketten auch weit hinter Hindernissen wie umgestürzten LKWs sichern und anheben. Arbeiten aus dem Arbeitskorb wie Sturmschnitt mit der Motorsäge beseitigen und auch  Umschlagarbeiten  in  der  Höhe  mit  beispielsweise  Sandsäcken  am  Deich,  leicht  erledigen. Durch die Schaufeln gehören die klassischen Räumaufgaben wie das Beräumen und der Umschlag von Schüttgütern auch zum Leistungsspektrum des Teleladers. Stehen hier größere Aufgaben an, bietet sich bauartbedingt das Hinzuziehen einer benachbarten Räumgruppe mit Radlader an. In unserem Fall wird das auch mit neuem Gerät der OV Clausthal-Zellerfeld sein. Aufgrund der Stürme der letzten Jahre sei noch erwähnt, dass die Unterstützung der Feuerwehr durch das schnelle Beräumen von Sturmschäden auf Straßen und  Wegen  mit  allen  Arten  von  Bergungsräumgeräten  des  THW  schnell  und  sicher durchgeführt wird. 

Die Ankunft des Neuen Bergungsräumgerätes stellt aber noch nicht das sofortige Aus für unseren Zettelmeyer dar. Erst nach einer Eingewöhnung und umfangreichen Schulungen am Standort wird er Northeim und den OV verlassen. Wünschen wir unserem neuen Bergungsräumgerät und seiner Mannschaft stets gute Fahrt und unversehrte Heimkehr und unserem alten Zettelmeyer noch ein langes Leben vielleicht an einem anderen THW-Standort


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