Rittmarshausen, 04.05.2019, von Ulrich Vogel

Auf zur Übung nach Rittmarshausen

Nachdem die angedachte klassische Wochenendübung nicht zustande gekommen war, musste Plan B herhalten und es wurde auch nur noch am Sonnabend geübt.

Am regulären Ausbildungsfreitag wurde das Übungsobjekt  durch eine kleine Mannschaft vor Ort in Rittmarshausen ,Landkreis Göttingen, vorbereitet. Daneben war ein  wesentliche Teil der notwendigen Arbeit den jetzt gut ein Jahr alten Teleskoplader mit seinem Zubehör zu verlasten.

Erneut musste hierfür bei einer ortsansässigen Baufirma eine geeignete Wechselpritsche für den Abrollbehälter LKW ausgeliehen werden, da die vorhandene Mulde dafür nicht geeignet ist. Der OV wartet daher dringend  auf einen neuen Kipper, dessen Ladefläche für den Transport des Arbeitskorbes genügend breit ist.

Am Sonnabend , den 4.Mai 2019 ging es in der Frühe los. Nach dem Antreten und der ersten Einweisung  in die Lage fuhr die Kolonne , bestehend aus dem MTW Zugtrupp, GKW 1 mit Anhänger , MzKw und Lkw-Mulde mit dem auf dem Tieflader verlasteten Telelader ab nach Rittmarshausen.

Nach knapp einer Stunde wurde das Übungsobjekt erreicht. Die Lage stellte sich wie folgt, dar. Nach einem Brand und Explosion wurden noch Personen in dem sehr weitläufigen Gebäude vermisst. Die beiden Einheiten  teilten sich zur Erkundung innen und Erkundung außen ein. Schon nach kurzer Zeit trafen die ersten Meldungen über gefundene Personen ein. Nachdem die Suchgruppe außen fertig war, konnten die Kräfte nach innen zur Unterstützung eingesetzt werden.

Das Gebäude steht schon seit längerer Zeit leer und wurde  deshalb durch Unbefugte „bewohnt“, was durch viele Kubikmeter Müll und Gerümpel zu einer sehr unübersichtlichen Situation führte .Weiterhin hatten die „Bewohner“ wohl auch ein Feuer verursacht, was dem Ganzen auch den realistischen Anstrich gab.

Bein Vordringen in das 2. Obergeschoß bracht übungsbedingt die tatsächlich  beschädigte Treppe ein, was den Rückzug  der Kräfte ,aber auch der gefundenen Personen ein Problem bereitete. Natürlich war auch der Fahrer des Teleladers unter ihnen, sodass der Telelader nicht sofort zur Personenrettung genutzt werden konnte. Die verbliebene Bodenkräfte konnten dann aber einen Steckleiter zum Abstieg des Teleladerfahrers an einem Fenster anlehnen. Nun konnten die betroffenen Personen  im Schleifkorb per  Telelader in Sicherheit gebracht werden.

Nachdem der Teleladerfahrer und die übrigen Einsatzkräfte über die Leiter abgestiegen waren, wurde der Ein- und Ausstieg von der Steckleiter in  das Zimmer  nach Feuerwehrvorschrift demonstriert und geübt. Hierbei wird ein Bein von der Leiter aus ins Zimmer geschwenkt und dabei setzt man sich rittlings auf die Fensterbrüstung . Dann  wird mit dem Fuß  der Boden  geprüft und dann das andere Bein nachgezogen. Somit wird vermieden, dass die Einsatzkraft auf dem Fenstersims oder Fensterbrett stehen muss , was eventuell unter der Last nachgeben könnte.

Nach einer Pause konnte das Nachmittagsprogramm gestartet werden.

So stand jetzt der Telelader  und das  Einsatzgerüstsystem auf dem Programm. Abwechselnd lernten die Kräfte das Arbeiten an einer Hauswand vom schwankenden Arbeitskorb aus kennen. Der andere Teil baute eine Schrägabstützung zur Sicherung einer Hauswand mit  dem Einsatz Gerüstsystem  auf. Als dann der Telelader einen „technischen Defekt “ hatte ,mussten unter Anweisung aus dem Arbeitskorb die  Bodenkräfte den Notablass suchen , finden und betätigen, über den dann millimeterweisen der ausgefahrenen Teleskoparm eingezogen werden konnte.. Glücklicherweise  lies sich der Telelader dann doch wieder starten und das Programm konnte fortgesetzt werden.

Als  die Schrägabstützung fertig gestellt war, wurden die möglichen Sicherungen gegen das Wegrutschen besprochen. So bietet  es sich hier zum  Beispiel an, Stangen aus dem Ankerstabprogramm in den Boden einzutreiben. Nachdem auch diese Ausbildungsabschnitte beendet waren, ging es an den Rückbau und die Verlastung der Geräte und des Teleladers.

Trotz Schnee und Hagelschauer ,wir hatten immerhin den 4.Mai,konnte der Verband die Unterkunft  planmäßig erreichen. Abladen der Leihpritsche  und Rückführung  zum Eigentümer folgten. Bei einem gemeinsamen Imbiss klang der Tag aus .


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.